DNA-Diagnostik (mikrobieller Test)

Die DNA-Diagnostik in der Zahnmedizin ist eine moderne Labormethode zur Identifizierung pathogener Mikroorganismen in der Mundhöhle mittels Analyse von genetischem Material (DNA). Sie ermöglicht die präzise Bestimmung, welche spezifischen Bakterien für Zahnfleischentzündungen oder Parodontitis verantwortlich sind, und eine gezielte Behandlung.

Wie läuft der DNA-Test ab?

Die Probenentnahme ist völlig schmerzlos - sie erfolgt durch einen Abstrich aus der Zahnfleischtasche oder einer Speichelprobe. Die Probe wird anschließend mittels PCR (Polymerase-Kettenreaktion) oder DNA-Hybridisierung im Labor analysiert. Das Ergebnis gibt nicht nur das Vorhandensein, sondern auch den quantitativen Anteil jedes Erregers an.

Welche Bakterien erkennt der Test?

Moderne DNA-Diagnosetests können bis zu 12 der bedeutendsten parodontalen Pathogene nachweisen, darunter Porphyromonas gingivalis, Tannerella forsythia, Treponema denticola (der sogenannte "rote Zahnkomplex"), Aggregatibacter actinomycetemcomitans und weitere. Jede Bakterie hat ein unterschiedliches Aggressionspotenzial und eine unterschiedliche Empfindlichkeit gegenüber Antibiotika.

Vorteile gegenüber klassischen mikrobiologischen Tests

Kultivierungsmethoden benötigen 5-10 Tage, und manche anaeroben Bakterien können gar nicht kultiviert werden. Der DNA-Test liefert Ergebnisse innerhalb von 24-48 Stunden und erkennt auch Bakterien, die sonst unentdeckt bleiben würden. Das ermöglicht eine schnellere und präzisere Wahl der Antibiotika.

DNA-Diagnostik vor Implantaten und Kieferorthopädie

Die DNA-Diagnostik ist häufig ein vorbereitender Schritt vor dem Einsetzen von Zahnspangen oder Zahnimplantaten. Wenn aggressive Pathogene in der Mundhöhle vorhanden sind, müssen diese vor Behandlungsbeginn eliminiert werden - sonst drohen Komplikationen wie Peri-Implantitis oder eine Beschleunigung der Parodontitis.