Kieferorthopädie

Kieferorthopädie ist ein spezialisiertes medizinisches Fachgebiet der Zahnheilkunde, das auf die Diagnose, Prävention und Behandlung von Fehlstellungen der Zähne und Kiefer ausgerichtet ist - medizinisch als Malokklusion bezeichnet. Der Name leitet sich von den griechischen Wörtern "orthos" (gerade) und "odous/odontos" (Zahn) ab. Kieferorthopäden sind Zahnheilkundige mit einer zwei- oder mehrjährigen Spezialisierung in diesem Fachgebiet.

Was behandelt die Kieferorthopädie?

Die Kieferorthopädie befasst sich mit einem breiten Spektrum von Problemen - von Zahnengstand und Zahnlücken über Fehlstellungen einzelner Zähne bis hin zu komplexen Bissanomalien mit Fehlstellungen der Kiefer. Zu den häufigsten kieferorthopädischen Diagnosen gehören: Oberkiefervorstand (Overjet), tiefer Biss (Overbite), offener Biss (Open Bite), Rückbiss (Underbite) und Kreuzbiss (Crossbite).

Methoden der kieferorthopädischen Behandlung

Die moderne Kieferorthopädie bietet verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Am verbreitetsten sind feste Metallspangen (Brackets mit Draht), die bei komplexen Fällen am effektivsten sind. Keramische Brackets funktionieren nach demselben Prinzip, sind aber ästhetisch ansprechender dank der transparenten Farbe der Brackets. Unsichtbare Aligner (z.B. Invisalign) sind herausnehmbare, maßgefertigte transparente Schienen, die besonders bei erwachsenen Patienten beliebt sind.

Wie verläuft die kieferorthopädische Behandlung?

Die Behandlung beginnt mit einer Erstberatung, bei der der Kieferorthopäde eine gründliche Untersuchung des Gebüisses vornimmt, einen 3D-Scan oder Röntgenbild anfertigt und einen individuellen Behandlungsplan erstellt. Die aktive Behandlungsphase dauert typischerweise 12-24 Monate, anschließend müssen Retentionsschienen zur Stabilisierung der Ergebnisse getragen werden.

Kieferorthopädie für Kinder, Teenager und Erwachsene

Kieferorthopädische Behandlung kennt keine Altersgrenze. Bei Kindern wird die erste kieferorthopädische Untersuchung etwa ab 7 Jahren empfohlen. Präventive oder interceptive Behandlung im frühen Alter kann komplexeren Problemen im Erwachsenenalter vorbeugen. Erwachsene Patienten machen heute einen erheblichen Anteil der kieferorthopädischen Patienten aus - auch mit 40 oder 50 Jahren ist ein schönes und gesundes Lächeln möglich.